Alpencross über Tuxerjoch – die Premiere

Alpencross – dieses Wort schwebt uns schon sehr lange im Kopf herum. Eine Realisierung war aber bis dato nur schwer möglich. Für zwei Jungpapas mit beruflichen Ambitionen ist eine Woche Urlaub gemeinsam zu finden schier unmöglich. Doch 2014 wird ein gutes Jahr, hatten wir es doch glatt geschafft. Die Vorfreude war riesig und unser Trainingspensum dementsprechend nach oben gedrückt. Doch es kam dann alles anders als erwartet. Der „Sommer“ brachte es gerademal auf eine handvoll Sonnentage. Regen, Regen und manchmal sogar Schnee – so charakterisiert man am Besten den Sommer 2014. Alle Vorzeichen waren gegen uns. Der Wetterprophet verkündete im Vorfeld in unserer Alpencross Woche gerade mal einen halben Tag Regenpause. Doch wir waren hoch motiviert und ließen uns davon nicht abhalten….

Tag 1
Das prognostizierte Schönwetter Fenster traf gleich bei unserer ersten Etappe ein. Es ging von Fritzens über Weerberg zu Weidener Hütte und dann übers Geiseljoch nach Madseit. Leicht über motiviert starteten wir ein wenig zu schnell hinein.  Die unzähligen Kehren und die stetige Steilheit kostete einiges an Körnern. Mein rechtes Knie meldete sich bereits knapp vor dem Geiseljoch. Es hieß also absteigen und den fahrbaren Trail knapp unterhalb des Jochs zu schieben. Oben angekommen erwarteten uns bereits einige Mountainbiker. Transalpler waren keine dabei… Die unspektakuläre Abfahrt nach Lanersbach forderte bereits das erste Opfer. Keine 100m unterhalb des Geiseljochs verabschiedete sich mit einem lauten Knall bereits der Hinterreifen. Ab Lanersbach begann es dann schon wieder zu tröpfeln. Wir schafften es ganz knapp uns noch ins trockene zu retten bevor der große Platzregen und einen Vorgeschmack auf das Wetter der nächsten Tage gab.

GPS Daten
1987 HM
44,41 km

Tag 2
Der Blick aus dem Fenster versprach nichts Gutes. Es schüttete aus Kübeln. Nach genauer Wetter Recherche und Rücksprache mit der Chefin der Unterkunft sollte sich das Wetter ein klein wenig um 10 Uhr Vormittag verbessern. Wir hofften dort unser Wetter-Fenster zu bekommen um trocken am Brenner anzukommen. Die Lift-Option schien für uns nicht in Frage zu kommen also hieß es strampeln. Um 9:30 Uhr starteten wir und kurzzeitig schien es auch das der Regen nach lässt. Aber bereits aber der Bichlalm wurde es wieder deutlich mehr. Begleitet von aufkommenden beißenden Winden und Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt. Wir wussten dass ein durchkommen am heutigen Tag kein Zuckerschlecken werden würde. Am Tuxerjoch angekommen keimte unser Hoffnung nochmals auf – wir hatten es geschafft, glaubten wir zumindest. Der Trail in das Schmirntal war keine allzu große Herausforderung (bis auf die Stufen natürlich) auch wenn der Regen immer mehr wurde. In Kasern begann es dann aus Kübeln zu schütten, so dass die weitere Asphaltabfahrt bis St. Jodok einer eiskalten Dusche glich. Abwarten war auch keine Option da der Wetterbericht Nachmittags noch deutlich schlechter aussah. Es hieß also durchbeißen. Leider taten wir das nicht lange! Komplett aus gefroren und vollständig durchnässt beschlossen wir in St. Jodok unseren Alpencross Versuch abzubrechen. Viel zu schlecht dürften die nächsten Tage werden (Wettersturz usw) so das wir glaubten, dass eine Überschreitung der Schneebergscharte und Eisjöchl bei diesen Bedingungen nicht möglich sei. Schweren Herzens gaben wir auf – doch eines war sicher: nächstes Jahr probieren wir es wieder!

GPS Daten:
1212 HM
26,57 km