Alpencross über Fürkelescharte – Direttisima!

Mitte September war es wieder einmal soweit: Die nächste Alpencross stand an. Dieses mal haben wir uns Achim Zahn’s Direttisima ausgesucht, diese aber ein wenig für uns modifiziert. Die Doppelseescharte, von der uns alle aufgrund der neuen Wegführung abgeraten haben wurde kurzerhand gegen den Fimberpass mit seinem sehr schönen Trail ausgetauscht. Insgesamt versuchten wir so viel als möglich fahrbare Trails aneinander zu reihen. Und da wir den Gardasee von oben sehen wollten, hängten wir kurzerhand noch den Tremalzo als „Grande Finale“ dran. Highlight sollte ganz klar die Fürkelescharte werden.

Tag 1:
Los ging es bei strahlendem Wetter und dank eines ÖBB Problems erst um 10:30 von St. Anton aus über die Konstanzer und Heilbronner Hütte hinein ins Engadin bis zu unserem ersten Tagesziel die Heidelberger Hütte. Das Verwall- und Fimbatal zogen sich extrem in die Länge. Schön allerdings allemal! Zu unserer Freude verkündete der Hüttenwirt bei unserer Ankunft auf der von Transalplern überfüllten Hütte, dass ihm leider das Wasser ausgegangen sei. Nach 56 km und 2180 HM keine wirklich erfreuliche Nachricht. Nach dem ersten Bier war der Frust dann schon wieder vergessen. Außerdem erbarmte er sich dann doch noch und zapfte seine Notreserve für alle ungeduschten Mountainbiker an. Vermutlich stank es ihm einfach zu viel;)
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Tag 2:
Tag 2 begann mit einer Mordendlichen Tragepassage auf den Fimberpass. Bei Sonnenschein flogen wir wahrlich über die 1400 Tiefenmeter feinsten Trail Richtung Scuol. Anschließend folgte die bei Transalplern berühmte Uina Schlucht bei der es schiebend und tragend Richtung Schlinigpass ins Vinschgau ging. Schön und imposant anzusehen aber eigentlich als Mtb’ler nicht wirklich lohnend da man im Uphill recht früh vom Sattel gehen muss und im Downhill mit Sicherheit bessere Trails findet. Nichtsdestotrotz gaben wir uns dem Hype hin und erreichten nach weiteren 1900 HM und 49km unser Ziel Mals.
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Tag 3:
Bei unserer Königsetappe erreichte uns dann auch das prophezeite schlechte Wetter. Bei Regen und Kälte ging es auf Asphalt und Forststraße gegen Sulden am Ortler. Nur ganz kurz machte sich der Gedanke breit, doch auf die Liftunterstützung zurück zu greifen. Die ehrlich verdienten Höhenmeter schmecken dann doch am Besten, also hieß es unterhalb der Seilbahn den unfahrbare steile Versorgungweg komplett bis zur Schaubachhütte zu schieben. Immerhin hörte es langsam auf zu Regnen, doch Temperaturen um den Gefrierpunkt und der stürmische Wind erwiesen sich als Spielverderber. Der Blick auf den Ortler wurde uns von Wolken verwehrt doch am Madritschjoch angekommen blinzelten die ersten Sonnenstrahlen auf unser Tagesziel die Zufallhütte. Der sensationelle Trail mit Stellen bis S3 und das langsam aufklarende Wetter ließen die Anstrengung des 2400 HM Aufstiegs schnell vergessen.
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Tag 4:
Das Wetterglück hielt an! Die Sonne schien uns bereits früh morgens ins Gesicht und machte uns Hoffnung auf eine erfolgreiche Überschreitung der Fürkelescharte. Nach den ersten Metern merkten wir allerdings, dass uns die Sturmböen und kalten Temperaturen dann doch noch länger verfolgen werden. Skitourenfeeling machte sich breit. Wieder einmal ging es tragender weise zur Martellerhütte. Von dort führte der Weg über den Fürkelegletscher zur Scharte. Die letzten paar Höhenmeter über loses Geröll gingen aufgrund der kalten Temperaturen recht gut. Laut Berichten anderer Alpencrosser hatten da einige Aufgrund des abschmelzen des Gletschers massive Schwierigkeiten. Bei schlechter Sicht sicher nicht ungefährlich. Die ersten 150 HM Richtung Val di Sole waren unfahrbar danach machte sich ein anspruchsvoller Trail (bis S3) breit der dann zunehmend einfacher und flowiger wurde. Lediglich die vielen Wanderer (denen wir immer den Vortritt gaben) störten ein wenig den Fluss. Der Aufstieg Richtung Madonna di Campiglio schreckte uns schon im Vorfeld. Wussten wir ja bereits von unserer letzten Transalp das es die 1000 HM in sich haben. Insgesamt brachte es der Tag auf 1800Hm 56 km
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Tag 5:
Über den Bärenpass entlang der Brenta vernichteten wir Höhenmeter um Höhenmeter und flogen unserem Ziel den Gardasee immer näher. Leider gab es keine wirklich sinnvolle und lohnende Trailvariante doch nach dem fünften Tag am Bike störte das kein bisschen. Unsere Direttisima liesen wir wieder einen Schlenker machen, wir wollten ja den Tremalzo von Westen anfahren. Also folgten wir dem Weg nach Tione und kämpften uns auf der viel befahrenen Schnellstraße nach Cimego. Vermutlich der gefährlichste Abschnitt unserer kompletten Alpencross! Würde ich so nicht mehr fahren. Über den Piagnöli Pass fanden wir dann noch einen interessanten Trail durch das Val del Fer. Nach rund 2000 HM und 74 km erreichten wir unser Ziel in Tiarno.
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Tag 6:
Grande Finale – so haben wir uns das vorgestellt. Sind ja „nur“ 1600 Hm und 43 km! Im Endeffekt fühlte sich diese letzte Etappe deutlich härter an als ursprünglich angenommen. Der steile Aufstieg auf Asphalt und Schotter verlangte unseren geschundenen „Hintern“ 😉 einiges ab. Die Abfahrt auf grobem losen Schotter waren dann auch keine wirkliche Offenbarung. Der Trail nach Pregasina und die Ponale zauberte uns mit Blick auf Riva ein Grinsen ins Gesicht. Nach einem kräftigen Mittagessen in Riva wurde am Gardasse noch kurz entspannt bevor es dann wieder nach Hause ging
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Fazit: 

Fahrtechnisch und Konditionell anspruchsvolle Runde die in grandioser Landschaft und super Singletrails gen Gardasee führt. Schieben und Tragen muss man sein Bike sehr viel und Bergerfahrung sollte man unbedingt auch mitbringen. Gestört haben mich lediglich die unschön verbauten Skigebiete Ischgl und Sulden. Ich würde das nächste mal den Tremalzo auslassen und in 4 bzw 5 Tagen die Tour fahren.

 
 
 
 

Alpencross über Fürkelescharte – Direttisima!

Mitte September war es wieder einmal soweit: Die nächste Alpencross stand an. Dieses mal haben wir uns Achim Zahn’s Direttisima ausgesucht, diese aber ein wenig für uns modifiziert. Die Doppelseescharte, von der uns alle aufgrund der neuen Wegführung abgeraten haben wurde kurzerhand gegen den Fimberpass mit seinem sehr schönen Trail ausgetauscht. Insgesamt versuchten wir so viel als möglich fahrbare Trails aneinander zu reihen. Und da wir den Gardasee von oben sehen wollten, hängten wir kurzerhand noch den Tremalzo als „Grande Finale“ dran. Highlight sollte ganz klar die Fürkelescharte werden.

Die Direttissima gilt als die Extremste Variante in Achim Zahns Buch Alpencross

Tag 1:

2180 HM
56 km

Los ging es bei strahlendem Wetter und dank eines ÖBB Problems erst um 10:30 von St. Anton aus über die Konstanzer und Heilbronner Hütte hinein ins Engadin bis zu unserem ersten Tagesziel die Heidelberger Hütte. Das Verwall- und Fimbatal zogen sich extrem in die Länge. Schön allerdings allemal! Zu unserer Freude verkündete der Hüttenwirt bei unserer Ankunft auf der von Transalplern überfüllten Hütte, dass ihm leider das Wasser ausgegangen sei. Nach 56 km und 2180 HM keine wirklich erfreuliche Nachricht.

Nach dem ersten Bier war der Frust dann schon wieder vergessen.

Nach dem ersten Bier war der Frust dann schon wieder vergessen. Außerdem erbarmte er sich dann doch noch und zapfte seine Notreserve für alle ungeduschten Mountainbiker an. Vermutlich stank es ihm einfach zu viel;)

Tag 2:

1900 HM
49 km

Tag 2 begann mit einer Morgendlichen Tragepassage auf den Fimberpass. Bei Sonnenschein flogen wir wahrlich über die 1400 Tiefenmeter feinsten Trail Richtung Scuol. Anschließend folgte die bei Transalplern berühmte Uina Schlucht bei der es schiebend und tragend Richtung Schlinigpass ins Vinschgau ging.

Traumtrail am Fimberpass

Schön und imposant anzusehen aber eigentlich als Mtb’ler nicht wirklich lohnend da man im Uphill recht früh vom Sattel gehen muss und im Downhill mit Sicherheit bessere Trails findet. Nichtsdestotrotz gaben wir uns dem Hype hin und erreichten nach weiteren 1900 HM und 49km unser Ziel Mals.

Tag 3:

2400 HM
33 km

Epictrail vom Madritschjoch

Bei unserer Königsetappe erreichte uns dann auch das prophezeite schlechte Wetter. Bei Regen und Kälte ging es auf Asphalt und Forststraße gegen Sulden am Ortler. Nur ganz kurz machte sich der Gedanke breit, doch auf die Liftunterstützung zurück zu greifen. Die ehrlich verdienten Höhenmeter schmecken dann doch am Besten, also hieß es unterhalb der Seilbahn den unfahrbare steile Versorgungweg komplett bis zur Schaubachhütte zu schieben. Immerhin hörte es langsam auf zu Regnen, doch Temperaturen um den Gefrierpunkt und der stürmische Wind erwiesen sich als Spielverderber.

Der Blick auf den Ortler wurde uns von Wolken verwehrt doch am Madritschjoch angekommen blinzelten die ersten Sonnenstrahlen auf unser Tagesziel die Zufallhütte. Der sensationelle Trail mit Stellen bis S3 und das langsam aufklarende Wetter ließen die Anstrengung des 2400 HM Aufstiegs schnell vergessen.